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Die Wallfahrt nach Santiago de Compostela in den äußersten Nordwesten Spaniens hat eine lange Tradition. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde dort das Grab des Apostels Jakobus des Älteren gefunden. Seitdem machten sich Millionen Menschen auf den Weg. Es breitete sich ein Netz von Straßen über Skandinavien, England, Deutschland, Italien und die Schweiz, auf denen Santiago-Pilger die Mühsal der weiten Reise ins Unbekannte auf sich nahmen. Was bewog sie, die strengen Bestimmungen dieser Wallfahrt zu beachten, die Pilgerpelerine umzulegen, als einzige Ausrüstung den Pilgerstab, den Schlapphut, die Kürbisflasche und den Beutel mit den Pilgerpapieren mitzunehmen und bis zu einem Jahr unterwegs zu sein? Die Reise ans damalige Ende der Welt war gefährlich. Man war nicht nur den Unbilden der Jahreszeiten, des Wetters und der Wege ausgesetzt, sondern auch Räubern und Plünderern. Freilich, kam man glücklich zurück und brachte die Jakobsmuschel vom Atlantik mit und den abgestempelten Pilgerpaß als Beweise, daß man das ferne Ziel erreicht hatte, dann war man ein angesehener Mann. Diese Wallfahrt wurde höher eingeschätzt als die nach Rom und sogar als die nach Jerusalem.

Warum also waren die Pilger bereit, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und einem so fernen Ziel entgegenzuwandern? Sicher war es bei vielen Abenteuerlust, aber auch die Not des Gewissens, die zu einer Bußfahrt antrieb. Nicht wenigen wurde die Pilgerreise als Sühne für eine Untat vom weltlichen Gericht auferlegt. Hinzu kam die Förderung dieser Wallfahrt aus politischen Gründen: der Jakobsweg in Spanien südlich des Kantabrischen Gebirges bildete die Grenzlinie zwischen dem europäisch-christlich gebliebenen Spanien im Norden und dem seit 711 von Arabern besetzten Gebiet im Süden, so daß dieser Weg eine dauernde Aufforderung zur reconquista, zur Rückeroberung für die Christenheit darstellte, an der Ritter aus dem gesamten Abendland teilnahmen.

Aber der letzte eigentliche Beweggrund für diese Reise war damals wie heute irrationaler-religiöser Art, auch wesentlicher als alles Interesse an Landschaft und Kunsthistorie. Wir Menschen ersehnen im Zustand des Unvollkommenen Vollendung; immer wandern wir nicht erreichten Zielen zu, müssen den Mut haben loszulassen und weiterzugehen, schließlich auf ein letztes Ziel zu. Wenn wir dieses Pilgerdasein bejahen, werden wir bewahrt vor Verzweiflung oder hochmütiger Besitzgewißheit, werden wir beschenkt mit Hoffnung, die uns vertrauen läßt auf die Erfüllung unserer Sehnsüchte. So wird das Wandern auf Pilgerstraßen zum Sinnbild unserer menschlichen Existenz.

Entnommen aus: "Der Jakobsweg heute. Unterwegs nach Santiago de Compostela", Diareihe von Christine Blumöhr (Text) und Marga Griesheimer (Dias); © 1992 Medien-Verlag Bernhard Gregor GmbH, Niederaula

Sie können die Diareihe > hier direkt bestellen < !

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